Wirtschaftsprüfer

Berufsbild

Das Berufsbild eines Wirtschaftsprüfers ist vorrangig von der Durchführung betriebswirtschaftlicher Prüfungen geprägt. Wirtschaftsprüfer haben gemäß 2 Abs. 1 WPO die berufliche Aufgabe, betriebswirtschaftliche Prüfungen durchzuführen. Die Tätigkeit wird dabei maßgeblich durch die Vorbehaltsaufgabe geprägt: die durch Gesetz vorgeschriebene Prüfung von Jahresabschlüssen und Lageberichten sowie Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten. Dies umfasst auch Prüfungen von nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellten Jahres- und Konzernabschlüssen.

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wird regelmäßig der sogenannte geschäftsprozessorientierten Prüfungsansatz angewendet. Hierbei handelt es sich um einen risikoorientierten Prüfungsansatz, der sich an den Geschäftsprozessen des zu prüfenden Unternehmens orientiert, d.h. die Prüffelder werden prozessorientiert festgelegt.

Im Rahmen einer geschätsprozessorientierten Abschlussprüfung startet der Wirtschaftsprüfer mit einer Analyse der Geschäftstätigkeit und der Geschäftsrisiken des zu prüfenden Unternehmens sowie deren Auswirkung auf Jahresabschluss und Lagebericht. Auf Grundlage der Erkenntnisse dieser Analyse wird die Planung der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer vorgenommen. Die eigentliche Jahresabschlussprüfung startet mit der Prüfung des internen Kontrollsystems, d.h. der Prüfung der rechnungslegungsrelevanten Aktivitäten und Abläufe sowie der dazugehörigen Kontrollen. Das Ergebnis der Prüfung des internen Kontrollsystems determiniert den Umfang der noch durch zu führenden aussagebezogenen Prüfungshandlungen. Diese umfassen analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungen. Aussagebezogene Prüfungshandlungen werden bezogen auf einzelne Jahresabschlusspositionen im Rahmen der Hauptprüfung vorgenommen.

Zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung zählt zu den Tätigkeiten eines Wirtschaftsprüfers die Durchführung sogenannter spezieller Prüfungen wie die Prüfung von Pro-Forma-Finanzinformationen, die Erstellung von Comfort Lettern, energiespezifische Prüfungen (Prüfungen nach EEG und KWKG), die Prüfung von Sanierungsplänen oder gesellschaftsrechtliche Prüfungen. Letztere umfassen unter anderem Sachkapitalerhöhungsprüfungen, Gründungsprüfungen, Angemessenheitsprüfungen bei Barabfindungen im Rahmen eines Squeeze-out, Verschmelzungsprüfungen und Prüfung der Angemessenheit der Gegenleistung im Rahmen eines Aktientauschs.

Aufgrund seiner besonderen Befähigungen werden dem Wirtschaftsprüfer regelmäßig auch andere betriebswirtschaftliche Prüfungen wie die Prüfung nach 53 HGrG oder forensische Prüfungen übertragen. Forensische Prüfungen umfassen hierbei die Prüfung und Beratung im Zusammenhang mit potentiellen oder tatsächlichen Unterschlagungshandlungen sowie die Prüfung und Beratung im Zusammenhang mit Geschäftsstreitigkeiten.

Weiterhin nimmt ein Wirtschaftsprüfer regelmäßig Untersuchungen im Zusammenhang mit der sogenannten Unternehmens-Compliance vor. Unter der Unternehmens-Compliance wird die grundsätzliche Sicherheit von Geschäftsprozessen und deren Übereinstimmung mit gesetzlichen Vorschriften verstanden. Zu den im Rahmen der Rechnungslegung beachtlichen Vorschriften zählen unter anderem die Bestimmungen des sogenannten Sarbanes-Oxley Acts oder die Regelungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes.

Ein weiteres Betätigungsfeld des Wirtschaftsprüfers ist das Outsourcing der internen Revision eines Unternehmens.

Weitere externe Informationen zum Beruf des Wirtschaftsprüfers:

Ansprechpartner

Christian Hamann
Tel. 0 71 35 / 98 13 - 81

Kurt Hamann
Tel. 0 71 35 / 98 13 - 80

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